Interpretieren von Grafiken, Statistiken, Diagrammen, ...

Die Welt(en) der Zahl(en)

Ohne Übertreibung lässt sich sagen: Die "0" und die "1" verändern die Welt. Wohl schon seit langer Zeit. Heute aber in einer atemberaubenden Geschwindigkeit und unablässig. "0" und "1" sind dabei beides zugleich: elemantarer Bestandteil der informationstechnischen Infrastruktur einerseits, und "Transporteur" von Nachrichten andererseits. Entsprechend wichtig und hochangesehen sind Mathematiker und ihre "Verwandten", die Informatiker und Physiker.

 

Gerade der Einfluss der Physiker ist unbestritten und riesengroß; bereits seit vielen Jahren. Und ihre Modelle aus den 50er und 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts haben manch gesellschaftliche Entwicklung nicht unberührt gelassen, so beispielsweise die Entwicklung der Finanzmärkte. 

 

Es ist sehr schade, dass sich bereits in der Schule  zeigt, ob einem Schüler der Eintritt in die Welt der Zahlen gelingt oder eben auch nicht. Sätze wie: "Also, ich habe leider kein Talent für 'Mathe'" oder "Ich habe als Schüler Physik schon nicht verstanden" sind dann Äußerungen von denjenigen Menschen, die im Unterricht mit dem "Rechnen" große Schwierigkeiten hatten.

 

Zahlreiche Untersuchungen haben sich bereits mit dem Phänomen befasst. Ableitungen für eine Verbesserung des Unterrichts wurden vorgenommen. Doch noch immer stehen nicht wenige Schüler einigermaßen ratlos vor den spannenden und faszinierenden Phänomenen in Natur, Technik und Kultur, die die Mathematik und ihre verwandten Disziplinen beschreiben vermögen oder gar erst ermöglichen.

 

 

Spricht man mit Lehrkräften der Mathematik, so äußert ein jeder Kollege das Bedauern darüber, dass die mathematischen "Kompetenzen" bei einigen Schülern weniger gut ausgeprägt sind. Und viele machten sich auch Sorgen. Denn: Um die Welt zu begreifen, um ein Verständnis für die Vorgänge im Zuge der Digitalisierung kompletter Lebensbereiche zu wahren, ist es hilfreich, zumindest auch ein Verständnis für grundlegende mathematische Begebenheiten zu haben.


Darüber hinaus: Auch einzelne Phänome mit überregionaler Bedeutung (etwa die Fragen rund um den Klimawandel, die Fragen rund um die Chancen und Risiken der Märkte, die Fragen rund um die Entwicklung von Migration und Integration, ...) lassen sich mithilfe mathematischer Grundkenntnisse besser verstehen. Denn diese Grundkenntnisse helfen den Menschen, sich ein differenziertes und differenzierendes Bild anzueignen, Statistiken zu verstehen, Prozesse und Verläufe (dargestellt in Grafiken/Diagrammen/...) besser einordnen zu können. Und: Individuelle Entwicklungen können von den Menschen besser eingeschätzt werden - etwa die Zeitspannen ihrer aufgenommenen Kredite (für die Wohnung, das Auto, ...) und auch überhaupt der Umgang mit eigenen Finanzen (etwa Versicherungen und - falls vorhanden - Sparguthaben).

 

So sind manche Krisen der vergangenen Jahre vielleicht nicht nur Krisen, die ihren Ausgangspunkt haben in ökonomischen Bereichen oder auf gesundheitlichen Ebenen, sondern vielleicht auch Ausdruck dafür, dass mittlerweile zahlreichen Menschen die Welt(en) der Zahl(en) unbegreiflich geworden ist und sind.


A world of numbers

Without exaggeration it can be said that the "0" and the "1" change the world. Probably a long time ago. Today, however, at a breathtaking speed and incessantly. The "0" and the "1" are both at the same time: an elementary component of the information technology infrastructure on the one hand, and "carrier" of messages on the other. Mathematicians and their "relatives", computer scientists and physicists, are correspondingly important and highly respected.

The influence of physicists in particular is undisputed and enormous; it has been for many years. And their models from the 1950s and 1960s have not left many a social development untouched, such as the development of the financial markets.

It is a great pity that it is already apparent at school whether or not a student succeeds in entering the world of numbers. Sentences such as: "Well, unfortunately I have no talent for 'math'" or "I didn't understand physics when I was a schoolboy" are statements from those people who had great difficulty with "arithmetic" in class.

Numerous studies have already dealt with this phenomenon. Derivations for an improvement of the lessons were made. But still quite a few pupils are somewhat perplexed by the exciting and fascinating phenomena in nature, technology and culture that mathematics and its related disciplines can describe or even make possible.

When talking to teachers of mathematics, every colleague expresses regret that the mathematical "competences" are less well developed in some pupils. And many were also concerned. After all, in order to understand the world, to maintain an understanding of the processes involved in the digitisation of entire areas of life, it is helpful to have at least an understanding of basic mathematical events.

In addition, individual phenomena of supra-regional significance (such as questions about climate change, questions about the opportunities and risks of markets, questions about the development of migration and integration, etc.) can be better understood with the help of basic mathematical knowledge. This is because this basic knowledge helps people to acquire a differentiated and sophisticated picture, to understand statistics, and to be able to better classify processes and courses of events (presented in charts/diagrams/...). And: Individual developments can be better assessed by people - for example, the time span of their borrowing (for the house, the car, ...) and also the handling of their own finances (such as insurance and - if available - savings).

So some crises of the past years are perhaps not only crises that have their starting point in economic areas or on health levels, but perhaps also an expression of the fact that in the meantime the world(s) of numbers has (have) become incomprehensible to many people.