Ein Redemittel unter der Lupe

"Also, ehrlich gesagt ..."

... eine Phrase, die sich fast unmerklich und beständig in Diskussionen und Debatten hineingeschlichen hat. Diese Einleitung hinein in einen Satz und eine sich anschließende Stellungnahme fällt beispielsweise auf im Rahmen von Konferenzen und Teamsitzungen. Die Personen, die sich im Rahmen dieser Gelegenheiten dieser Phrase bedienen, können unterschiedlicher nicht sein und unterschieden sich im Hinblick auf Alter, Geschlecht, Qualifikationen, etc. .

 

Es fällt darüber hinaus auf, dass auch verschiedene Gäste unterschiedlicher Coleur in Diskussionsrunden im TV in verschiedenen Situationen des Gesprächsverlaufes ihre ehrlichen und gut gemeinten Absichten mit dieser Redewendung zu stützen suchen.

 

Spricht man mit Personen aus völlig anderen Regionen der Erde, fällt auf, dass sich nicht nur Deutsche dieses "Satzeinstiegsmittels" bedienen, sondern auch Engländer und Amerikaner, Koreaner und Thailänder, also ebenfalls Menschen höchst unterschiedlicher Herkünfte. Im Englischen in einer etwas andereren Form. Ausgedrückt mit den Worten: "To be honest, ...".

So unterschiedlich die Situationen, die thematischen Zusammhänge, die Personen, ... so gleich scheint doch der Charakter der Stellungnahme zu sein, die sich dieser Eingangsphrase oftmals anschließt: Mitunter handelt es sich um eine Form kurzzeitiger Empörung und Entrüstung. Manchmal um ein abschließendes Resümee. Mitunter um ein "schlagendes" und "finales" Argument in der heißen Phase und/oder der Schlussphase eines Gesprächs.

 

Doch: Warum muss ein Sprecher explizit betonen, dass seine Äußerungen "ehrlich gesagt" sind? Aus welchem Grund hebt eine Person ihrem Gegenüber hervor, dass sie nun die Wahrheit sagen wird? Und wieso findet sich diese Phrase häufiger in Phasen hoher Erregtheit und Empörtheit in Debattenverläufen?

 

Im Umkehrschluss ließe sich fragen: Nimmt es die Person im Rahmen ihrer anderen Äußerungen mit der Wahrheit nicht immer so genau?

 

"Ehrlich gesagt" :-): Antworten auf diese Fragen lassen sich nicht leicht finden. Und richtig erschließen will sich einem die Logik dieses Redemittels nicht. Möglicherweise sind es jeweils immer die zukünftigen Entwicklungen - im Kleinen wie im Großen - die Antworten auf diese Frage(n) geben werden ... .

 


... a phrase that has crept almost imperceptibly and continuously into discussions and debates. This introduction into a sentence and a subsequent statement is noticeable, for example, in the context of conferences and team meetings. The people who use this phrase on these occasions cannot be more different and differ in terms of age, gender, qualifications, etc..

 

It is also noticeable that various guests of different colors try to support their honest and well-intentioned intentions in this discussion on TV in various situations during the course of the conversation.

 

If you speak to people from completely different regions of the world, it is noticeable that not only Germans use this "means of entry", but also English and Americans, Koreans and Thai people, also people of very different origins. In a slightly different form in English. Expressed with the words: "To be honest, ...".

As different as the situations, the thematic connections, the people, ... the character of the statement seems to be the same, which often follows this initial phrase: Sometimes it is a form of brief indignation and indignation. Sometimes a final summary. Sometimes a "striking" and "final" argument in the hot phase and / or the final phase of a conversation.

 

But: Why does a speaker has to emphasize that his statements are "honestly"? For what reason does a person emphasize to their counterpart that they will now tell the truth? And why is this phrase more often found in periods of high excitement and indignation in the course of debates?

 

Conversely, the question could be asked: Isn't the person always taking the truth so precisely in the context of his other statements?

 

"Honestly" :-): Answers to these questions are not easy to find. And the logic of this speech does not really open up to someone. Perhaps it will always be the future developments - small and large - that will provide the answers to this question (s) ... .